Mit der sogenannten EmpCo-Richtlinie werden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen in der Werbung strenger geregelt. In Deutschland werden die neuen Vorgaben über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt.
Ziel ist es, sogenanntes Greenwashing stärker einzudämmen und Verbrauchern klarere Informationen zu geben.
Für Unternehmen heißt das: Wer mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimafreundlich“ wirbt, sollte künftig noch genauer darauf achten, wie diese Aussagen formuliert sind und ob sie auch belegt werden können.
Was ist Greenwashing eigentlich?
Greenwashing bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen umweltfreundlicher dargestellt wird, als es tatsächlich nachweisbar ist.
Das muss nicht immer eine komplett falsche Aussage sein. Auch sehr allgemeine Begriffe können problematisch sein, wenn nicht klar wird, was genau damit gemeint ist.
Zum Beispiel:
❌ „Unsere Verpackung ist umweltfreundlich.“
Diese Aussage klingt positiv, sagt aber wenig darüber aus, warum die Verpackung umweltfreundlich sein soll.
Konkreter wäre:
✅ „Unsere Verpackung besteht zu 80 % aus recyceltem Kunststoff.“
So kann der Kunde direkt nachvollziehen, worauf sich die Aussage bezieht.
Lieber konkret statt allgemein
Genau hier liegt einer der wichtigsten Punkte der neuen Regeln.
Pauschale Begriffe wie:
- nachhaltig
- umweltfreundlich
- grün
- klimafreundlich
- umweltschonend
sollten nicht einfach verwendet werden, wenn dahinter keine klare und nachvollziehbare Grundlage steht.
Für Unternehmen heißt das: Je konkreter eine Aussage ist, desto besser.
Statt allgemein mit Nachhaltigkeit zu werben, solltest du möglichst genau erklären, welche Eigenschaft, welcher Prozess oder welches Material gemeint ist.
Auch Siegel und Labels genauer prüfen
Nicht nur Texte sind betroffen.
Auch Nachhaltigkeitssiegel, Umweltlabels oder selbst gestaltete „grüne“ Auszeichnungen können kritisch sein.
Ein eigenes Symbol mit Aussagen wie „Eco“, „Green Choice“ oder „100 % nachhaltig“ kann schnell wie ein offizielles Prüfsiegel wirken.
Deshalb solltest du auch prüfen, welche Labels du aktuell auf deiner Website, auf Verpackungen oder in Werbemitteln verwendest und ob diese nachvollziehbar begründet sind.Wichtig ist vor allem, ob durch die Bearbeitung eine neue oder täuschende Realität entsteht.
Auch Zukunftsversprechen müssen nachvollziehbar sein
Viele Unternehmen kommunizieren Ziele wie:
„Bis 2030 klimaneutral.“
oder
„Bis 2035 reduzieren wir unsere Emissionen um 50 %.“
Solche Aussagen bleiben grundsätzlich möglich. Sie sollten aber auf einem realistischen, nachvollziehbaren und überprüfbaren Plan basieren.
Ein einfaches Versprechen ohne konkrete Maßnahmen kann schnell problematisch werden.
Wer solche Ziele kommuniziert, sollte deshalb erklären können:
Wie wird der Fortschritt überprüft?
Was genau soll erreicht werden?
Bis wann?
Welche Maßnahmen gibt es?
Unser Tipp
Schau dir deine bestehenden Texte und Werbemittel einmal mit diesen Fragen an:
Ist die Aussage konkret? Ist sie nachvollziehbar? Kann ich sie im Zweifel belegen?
Wenn du diese drei Fragen mit Ja beantworten kannst, bist du schon deutlich besser aufgestellt.
Und wenn du dir bei bestehenden Formulierungen oder Werbemitteln unsicher bist, lohnt es sich, diese einmal zu überarbeiten.
Nachhaltigkeit kommunizieren? Ja. Aber bitte klar, ehrlich und nachvollziehbar.
Stand: September 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.